Illustration Klimafakten

Fakten, Fakten, Fakten rund um die Klimakrise

Wahrscheinlich haben sich die allermeisten von euch längst (und vielleicht auch schon intensiv) mit den Basics des Klimawandels beschäftigt. Wenn ihr euch aber noch einmal einlesen wollt, haben wir in diesem Blogpost die aus unserer Sicht zentralen Basisfakten dazu verpackt. Besser gesagt haben wir diese ganzen Infos in der neuen gemeinsamen Publikation des Deutschen Klima-Konsortiums, der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, des Deutschen Wetterdienstes, des Extremwetterkongresses Hamburg, der Helmholtz-Klima-Initiative und auf klimafakten.de gefunden und wollen diese mit euch teilen. Kompakt findet ihr hier alles, was wir über das Klima heute wissen und in der Wissenschaft unumstritten ist.

Ihr könnt die Publikation hier in Gänze abrufen und downloaden. Sie bietet einen super Überblick – und könnte ja vielleicht auch hilfreich sein bei eurem nächsten Gespräch mit irgendwelchen Klima- oder besser Wissenschaftsskeptikern … 🙈

Zunächst diese fünf Fakten zum Klimawandel – verpackt in nicht mal 20 Wörtern:

  1. Er ist real.
  2. Wir sind die Ursache.
  3. Er ist gefährlich.
  4. Die Fachleute sind sich einig.
  5. Wir können noch etwas tun.

So weit, so klar und simpel. Aber auch sehr verkürzt. Will man den Fakten näher auf den Grund gehen, lohnt sich ein Blick auf die folgenden, grundlegenden Aspekte des Klimawandels.

1. Der natürliche Treibhauseffekt

Die grundsätzlichen Zusammenhänge des Treibhauseffektes sind seit mehr als 150 Jahren bekannt. Sie sind in der Wissenschaft unumstritten, durch zahlreiche Experimente und Messungen belegt. Ganz kurz dazu: Ohne Treibhausgase (aber bei ansonsten gleichbleibenden Bedingungen) wäre es auf der Erdoberfläche im Mittel etwa minus 18 Grad Celsius kalt. Durch den Treibhauseffekt wird die Erde also überhaupt erst bewohnbar. Die wichtigsten Treibhausgase sind übrigens Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O).

2. Der Mensch verstärkt den Treibhauseffekt

Seit Beginn der Industrialisierung (Ende des 18. Jahrhunderts) nimmt die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre zu. Bei Kohlendioxid ist die Ursache hauptsächlich das Verbrennen kohlenstoffhaltiger Energieträger („fossile Energieträger“) — vor allem Kohle, Erdöl und Erdgas. Bei Methan zählen zu den Hauptquellen die intensive Landwirtschaft (insbes. Nutztierhaltung) und die Nutzung fossiler Energieträger (unter anderem aus Lecks an Erdgas-Bohrlöchern oder -leitungen). Auch Lachgas wird vor allem in der Landwirtschaft freigesetzt (bspw. Einsatz von Kunstdünger). Zugleich wurden und werden große Waldflächen abgeholzt oder abgebrannt, Moore trockengelegt, die Nutzungen von Böden verändert. Dadurch werden einerseits weitere Treibhausgase freigesetzt; andererseits gibt es dann weniger Wälder, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen und binden können. Die einzelnen und aktuellen Konzentrationen in der Erdatmosphäre entnehmt Ihr der Publikation. Zahlen sind immer gut 😉

3. Ursachen von Klimaveränderungen – interen Schwankungen

Das Klimasystem der Erde ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Elemente: Atmosphäre, Biosphäre, Landmassen, Ozeanen und Eismassen. Die einzelnen Komponenten tauschen ständig Energie aus,. Wegen dieser Umverteilungen von Wärme kommt es natürlicherweise zu kurzfristigen Schwankungen von Monaten bis zu Jahrhunderten. Durch den menschenverstärkten Treibhauseffekt ist im gesamten Klimasystem der Erde zusätzliche Energie vorhanden. Dieser Überschuss verteilt sich aus der Atmosphäre auch in die anderen Teile des Klimasystems. Nur rund ein Prozent der überschüssigen Energie verbleibt in der Lufthülle der Erde, etwa 93 Prozent fließt in die Weltmeere. Stagniert oder sinkt zum Beispiel die Temperatur der Atmosphäre (wie es immer mal wieder und auch über einige Jahre hinweg vorkommt) und steigt gleichzeitig die Temperatur der Ozeane, dann erwärmt sich das Klimasystem dennoch insgesamt weiter. Der Wärmeinhalt der Ozeane ist damit ein besserer Indikator für die Klimaerwärmung als die stark und kurzfristig schwankende Lufttemperatur.

4. Ursachen von Klimaveränderung – Äussere Einflüsse

Das Klima hat sich über die Jahrmillionen oft verändert. Erdgeschichtliche Warm- und Kaltzeiten wurden vor allem durch Änderungen in der Erdbahn um die Sonne und durch die Verschiebung von Kontinenten hervorgerufen. Die dadurch verursachten Veränderungen der globalen Temperatur laufen allerdings im Vergleich zur aktuellen Erwärmung extrem langsam ab – der kürzeste der Erdbahnzyklen hat eine Dauer von 23.000 Jahren. Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit („Paläoklimatologie“) werden durch Auswertung natürlicher „Klima-Archive“ wie beispielsweise Sedimentablagerungen am Grund von Ozeanen und Seen gewonnen. Bohrungen auf Grönland und der Antarktis fördern Eis zutage, das Luftbläschen aus der Atmosphäre enthält, die bis zu 800.000 Jahre alt sind.

Dabei stellt sich unter anderem heraus, dass sich die erdhistorischen Klimaschwankungen nur erklären lassen, wenn man auch den Treibhauseffekt einbezieht. Über die jüngere Vergangenheit geben zum Beispiel Baumringe und Korallen Auskunft. Die Forschungen haben natürliche Ursachen für den aktuellen, sehr schnellen und steilen Temperaturanstieg seit Beginn der Industrialisierung ausgeschlossen. Er ist nur durch die menschengemachte Verstärkung des Treibhauseffekts erklärbar. Die Sonne zum Beispiel kann nicht die Ursache der aktuellen globale Erwärmung sein: Seit etwa 50 Jahren nimmt ihre Leuchtkraft leicht ab – während in diesem Zeitraum der stärkste Temperaturanstieg gemessen wurde. Ein weiterer natürlicher Klimafaktor sind starke Vulkanausbrüche. Dabei gelangen Schwefelgase in die Atmosphäre, aus denen Schwefelteilchen entstehen – sogenannte Aerosole. Diese reflektieren einen Teil des Sonnenlichts, was zu einer gewissen Abkühlung der Erde führt. Dieser Effekt hält aber nur wenige Jahre an. Auch Vulkanaktivität hat deshalb keinen bedeutenden Einfluss auf die aktuelle globale Erwärmung.

5. Klimamodelle

Computermodelle können komplexe Prozesse nachbilden. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Klimaforschung immer bessere Modelle des Klimasystems der Erde entwickelt. Diese haben bereits in den 1970er und 1980er Jahren die derzeit ablaufende Erwärmung korrekt vorhergesagt! Der weltweite Temperaturanstieg bewegt sich heute in dem Korridor, den der Weltklimarat (IPCC) in seinem ersten Sachstandsbericht 1990 erwartet hat. Auch andere Aussagen früherer Klimamodelle wurden später durch die Realität bestätigt: etwa zu Gletscherschmelze, Meeresspiegelanstieg oder der Zunahme von Dürren. Deshalb sind Schlussfolgerungen für die künftige Klimaentwicklung, die wir heute aus den Ergebnissen von Modellrechnungen ziehen können, eine verlässliche Grundlage für politische Entscheidungen.

Soweit ein paar Auszüge aus den Grundlagen. Wer Lust hat, vor dem Herbstcamp noch tiefer einzusteigen: Guckt in die Publikation „Was wir heute übers Klima wissen“!

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  • Stefan Wagner

    Stefan ist einer der Köpfe hinter PRIO1. Sein Ziel ist es, besonders viele Menschen für das Vorhaben zu begeistern und mit dem Klima-Netzwerk einen Raum für Inhalte, Ideen und Impulse zu schaffen. Für den gebürtigen Hamburger sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit mehr als Buzzwords. Stefan hat sein komplettes Arbeitsleben auf deren Umsetzung und Stärkung ausgerichtet. Seine Agentur entwickelt nämlich Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen und Verbände – mit Schwerpunkt im Sportbereich. Mit PRIO1 möchte er einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen sich eine nachhaltige Zukunft vorstellen können und verstehen, dass der Weg dahin möglich und unbedingt notwendig ist – another world is possible!

    Wissenschaftlerin mit Weltkugel in Reagenzglas
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