an einem Baum lehnendes Fahrrad, im Hintergrund sind weiter Fahrräder zu sehen

Mobilitätswandel: Umweltgerecht geht nur gemeinsam

Ergebnisse des Workshops „Zukunft in Bewegung“

Unfassbar viele Autos auf unseren Straßen und überfüllte Parkplätze – ein Bild, das wir alle kennen. Klar, wir alle müssen irgendwie von A nach B kommen und das wahrscheinlich naheliegendste Mittel hierfür ist der PKW. Aber was tun wir unserer Umwelt damit an? „Bei durchschnittlichen Auslastungszahlen setzen Pkw etwa drei Mal so viel CO₂ pro gefahrenem Kilometer frei wie öffentliche Verkehrsmittel (Bus, Straßenbahn, Eisenbahn etc.).“1
Wie können wir unsere Mobilität also zukunftsfähig machen? Kann man einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt überhaupt mit unserem Bedürfnis nach freiem Bewegen in Einklang bringen? Mit diesen Themen haben sich die PRIO1-Mitglieder des Themenlabors „Zukunft in Bewegung“ auf dem Herbstcamp 2020 beschäftigt.

Ihr Zielbild ist klar: Unsere Nutzer*inneneinstellung muss sich verändern!
Die Mitglieder der Gruppe sind sich einig: ohne Veränderungen unserer Einstellung gibt es keinen Mobilitätswandel. Diese Veränderung sollte aus vielen Faktoren bestehen. Neben der Überwindung des Autos als gesellschaftliches und individuelles Statussymbol muss sich vor allem das Denken und Handeln der Menschen verändern. Weg von individuellen Mobilitätsbedürfnissen hin zu Mobilität als „Shared Economy“ lautet die Devise. Umweltgerechte Bewegung geht, wie so vieles, eben auch besser gemeinsam. Doch nicht nur jede und jeder Einzelne muss durch einen Bewusstseinswandel gehen, auch in der Politik und den öffentlichen Räumen sollte sich einiges ändern. Ziel der Gruppe ist es, öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Hierzu gehören vor allem ein ausgebauter Nahverkehr, der für „autofreie Städte“ sorgen könnte, aber auch die bessere Nutzbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel. Durch Maßnahmen wie diese könnte das Bedürfnis, das Auto zu nutzen, verringert werden. Politische Rahmenbedingungen wie z.B. Fahrradprämien, die Förderung von Elektromobilität oder eine CO2-Steuer sollen außerdem den Mobilitätswandel stärken und „unumgänglich“ machen.

Aktuelle Herausforderungen
Die Herausforderungen, vor denen wir aktuell stehen, werden immer wieder deutlich. Unser CO2 -Ausstoß ist zu groß! Schwierigkeiten sieht die Gruppe des Themenlabors aber vor allem in den Alternativen. Diese gut zugänglich zu machen, ist nicht einfach. Nicht nur Herstellungsfragen und der Energiebedarf für beispielsweise Elektrofahrzeuge stellen uns vor Herausforderungen. Auch das Wirtschaftswachstum, die Arbeitsplätze im Automobilsektor und Konzerninteressen werden zu gesellschaftlichen Problemen. Die größte Herausforderung aber darin liegt, kollektiv das Verhalten und die Einstellung der Menschen zu verändern. Wir haben einiges vor uns, wenn wir Mobilität zukunftstauglicher machen wollen.

Nächste Schritte
Um ihre Ziele zu erreichen, sehen die PRIO1-Teilnehmenden als nächsten Schritt Umfragen beziehungsweise Studien hinsichtlich der Bedürfnisse der Menschen vor. Wenn ein Bewusstseinswandel stattfinden soll, sollte erst einmal klar sein, was wir Menschen im Bereich Mobilität überhaupt wollen und brauchen. Daran kann man sich dann orientieren, um öffentliche Verkehrsmittel zu optimieren und benutzerfreundlicher zu gestalten. Außerdem liegen nächste Schritte darin, das eigene Wissen zu erweitern und Fragen über notwendige kommunikative Weichen oder politische Rahmenbedingungen zu klären.

Schlussgedanke
Abschließend wird deutlich: Strukturwandel im Bereich Mobilität kann nicht von jetzt auf gleich stattfinden. Die Mitglieder im PRIO1-Themenlabor „Zukunft in Bewegung“ lieferten auf dem Herbstcamp Zielbilder, zeigten aber auch, dass wir vor vielen Herausforderungen stehen. Mit Engagement, Wissenserweiterung und dem Willen, tatsächlich mal auf das Auto zu verzichten und sich in eine Bahn zu setzen, gehen wir alle einen Schritt in die richtige Richtung.
Durch die Konzepte und Zielbilder der Gruppe lässt sich die Frage nach der Vereinbarung von Umwelt und Bewegung klar beantworten: Ja, es funktioniert, wenn entsprechende Alternativen geschaffen werden.

Wenn auch ihr Teil unseres Klima-Netzwerkes werden möchtet und Ideen und Konzepte zum Thema Mobilität in der Zukunft habt, registriert euch bei der PRIO1-Community!
Wir, die PRIO1-Community, sind weiterhin motiviert, gemeinsam an den Zukunftskonzepten für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft zu arbeiten!

[1] https://www.carsharing.de/images/stories/pdf_dateien/klimaschutzbroschuere_endversion.pdf

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  • Marie Klaehn

    Werkstudentin

    Marie ist Werkstudentin und seit Mitte Dezember Teil des Projektteams von PRIO1. Als sie von der freien Stelle erfuhr, war ihr sofort klar, dass sie bei diesem Projekt unterstützend mitwirken möchte. Neben ihrem Job bei PRIO1 studiert Marie selbst noch und spielt leistungsorientiert Basketball. Daher liegt ihre Leidenschaft für den Sport und gesunde und vor allem nachhaltige und vegetarische Ernährung nahe. Marie ist der Meinung, dass sich gerade junge Menschen wie sie für den Klimaschutz einsetzen sollten. Die jüngeren Generationen sind schließlich diejenigen, die ansonsten mit den Folgen des Klimawandels leben müssten. Sie glaubt, dass wir jetzt die Weichen für unsere Zukunft stellen sollten und das gemeinsam am besten funktionieren wird.

    Wissenschaftlerin mit Weltkugel in Reagenzglas
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