Black Friday – Ein schwarzer Tag für unsere Umwelt?

Heute ist Black Friday – das bedeutet ausgiebige Rabatte und dementsprechend Unmengen an Online-Bestellungen weltweit. Viele fiebern schon Wochen vorher auf die üppigen Rabattaktionen bei sämtlichen Shops hin. Egal ob zum Kauf von Weihnachtsgeschenken, von etwas, das bisher immer zu teuer war oder weil die günstigen Preise ausgenutzt werden möchten. Es gibt die verschiedensten Gründe, warum sich ein Großteil der Leute ganz besonders auf den Tag freut. Für Unternehmen bedeutet das eine große Umsatzsteigerung – für die Umwelt allerdings gibt es weniger positive Folgen. Ist es denn immer notwendig diesen Tag auszunutzen und ist es im Sinne der Nachhaltigkeit mal darauf zu verzichten?

Black Friday – Wo kommt das eigentlich her?
Die „Tradition“ des Black Fridays kommt aus den USA und ist dort in den 60er Jahren entstanden. In Deutschland wird der Ursprung des Begriffs häufig mit dem für uns bekannten „Schwarzen Freitag“ – in den USA „Black Thursday“, der den New Yorker Börsencrash von 1929 und die darauffolgende Weltwirtschaftskrise beschreibt, verwechselt. Für den Black Friday gibt es mehrere interpretatorische Ansätze. Man spricht beispielsweise von Verkehrsstaus und Menschenmassen, die sich an den beiden Folgetagen von Thanksgiving in den US-Städten bildeten und sich wie eine „Schwarze Masse“ durch die Einkaufsstraßen zogen oder von „Schwarzen Zahlen“, die durch den übermäßigen Verkauf der Ware geschrieben werden.1 In allen Interpretationen ist jedoch klar, der Black Friday hat etwas mit dem amerikanischen Erntedankfest zu tun. Dieses findet immer auf den vierten Donnerstag im November, der darauffolgende Tag wurde und wird schließlich häufig als Brückentag und dann für Weihnachtseinkäufe genutzt. Der Black Friday findet der amerikanischen Tradition zufolge daher immer am Freitag nach „Thanksgiving“ statt.2

Schwarzer Tag für die Umwelt?
Vermeintliche Schnäppchen hin oder her – der Black Friday bringt einige Probleme mit sich. Viola Wohlgemuth, Sprecherin von Greenpeace bezeichnet den Black Friday und den damit verbundenen jährlichen Konsumrausch daher als „schwarzen Tag für die Umwelt“. „Unser Konsum vernichtet immer mehr Ressourcen und heizt die Klimakrise an. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass jedes einzelne Paket Folgen für die Umwelt hat“ hängt sie außerdem mit an.
Allein in Deutschland machen die Verpackungen von Ware etwa 45% des gesamten Verpackungsmülls aus. Der Kaufrausch an Black Friday hat einen erheblichen Anteil an diesem Wert. Hinzu kommen Transportwege, der damit verbundene Lieferverkehr und die Treibhausgasemissionen.3

Was passiert mit Warenrücksendungen?
Auch das generelle Problem der Warenretoure beim Online-Shopping bleibt natürlich am Black Friday nicht aus. Klar, die Rücksendungsmöglichkeit ist praktisch: man bestellt beispielsweise gleich mehrere Kleidungsstücke – am Black Friday eben (vermeintlich) kostengünstiger – probiert diese bequem von zuhause an und schickt schließlich zurück, was nicht passt oder gefällt. Ein Drittel der gekauften Ware geht im Endeffekt wieder an die Händler zurück. Wer glaubt, sie wird anschließend an einen neuen Käufer weiterverschickt, liegt allerdings in der Regel falsch. Häufig landet sämtliche Retoure nämlich einfach im Müll. Der Wiederverkauf oder die Spende der zurückgeschickten Ware ist für Großhändler nämlich vor allem eins: zu aufwendig. Aufwand und Ertrag stünden dabei nicht in für die Händler relevanter Relation.4 Onlinehandel-Marktführer Amazon soll Recherchen zufolge rund 30 Prozent der Retouren vernichten. „Entsorgungs-Teams“ schreddern dann an deutschen Amazon-Standorten pro Person täglich Warenwerte von bis zu 23.000 Euro.3 Zwar wurden 2020 durch die ersten Formulierungen des Kreislaufwirtschaftgesetzes bereits Wege zu weniger Vernichtung von Retoure eingeleitet, ganz klar sind diese aber noch nicht. Demnach sind Händler nur dazu gezwungen transparent Auskunft darüber zu geben, was mit ihrer Ware passiert. Zusätzlich gibt es viele ausländische Onlinehändler, die von diesem Gesetz dann ausgenommen sind.5 Für die Umwelt bedeutet die Warenrücksendung daher, vor allem nach übermäßigem Kauf am Black Friday, zum einen zusätzliche CO2-Emissionen für den Transportweg, insbesondere aber Ressourcenverschwendung, sowohl der Ware selbst als auch ihrer Verpackung.

Brauche ich das wirklich?
Das größte Problem am Onlinehandel ist die Bequemlichkeit der Menschen, weil das Kaufen im Internet so einfach ist, verleitet es uns dazu, weit mehr zu kaufen, als wir eigentlich benötigen. Liest man die verheerenden Folgen des Onlinehandel-Booms sollte man sich daher, gerade am Black Friday, fragen, ob die plötzliche Kaufsucht überhaupt notwendig ist. Letztendlich ist das schließlich einfach Konsum ohne Maß und Verstand. Wir kaufen Dinge, nur weil sie günstiger sind oder wir die lockenden Rabattaktionen ausnutzen möchten und nicht weil wir sie wirklich brauchen.

Wusstest du? Im letzten Jahr haben sich weltweit zahlreiche Versandhäuser und Online-Shops mit dem „Green Friday“ für ein kleines Zeichen für die Umwelt in Form einer nachhaltigen Shopping-Alternative entschieden. Dieser geht zwar auch mit Rabattaktionen einher, allerdings spenden die Unternehmen einen Teil des Gewinns für Umweltprojekte oder kompensieren den verursachten CO₂-Ausstoß.6 Wer sich also doch den ein oder anderen Wunsch erfüllen möchte, oder sich bereits an die Weihnachtseinkäufe macht sollte unbedingt auf die Green-Friday-Aktionen achten, seid allerdings vorsichtig und lasst euch nicht von bloßem Greenwashing in die Irre führen. Hier findet ihr eine Auswahl an Shops, die dabei sind. Außerdem sind Black Friday Sales auch nicht ausschließlich auf Online-Shops zu finden, bei einem Stadtbummel kannst du also auch Schnäppchen machen und bist dabei nicht ganz so umweltschädlich unterwegs.

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(1) https://www.blackfriday.de/was-ist-der-black-friday
(2) https://curved.de/tipps/woher-kommt-black-friday-die-geschichte-des-schnaeppchen-tags-667354
(3) https://www.wissenschaft.de/technik-digitales/konsumschlacht-black-friday-verlierer-ist-die-umwelt/
(4) https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/black-friday-kaufen-fuer-die-tonne-100.html
(5) Gesetzesänderung zu Recycling : Warum die Vernichtung von Retouren weiter nicht verboten ist – Wirtschaft – Tagesspiegel
(6) https://www.nordschleswiger.dk/de/deutschland-wirtschaft-gesellschaft/black-friday-schwarzer-tag-fuer-umwelt
(7) https://utopia.de/ratgeber/green-friday-alternative-black-friday/

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  • Marie Klaehn

    Werkstudentin

    Marie ist Werkstudentin und seit Mitte Dezember Teil des Projektteams von PRIO1. Als sie von der freien Stelle erfuhr, war ihr sofort klar, dass sie bei diesem Projekt unterstützend mitwirken möchte. Neben ihrem Job bei PRIO1 studiert Marie selbst noch und spielt leistungsorientiert Basketball. Daher liegt ihre Leidenschaft für den Sport und gesunde und vor allem nachhaltige und vegetarische Ernährung nahe. Marie ist der Meinung, dass sich gerade junge Menschen wie sie für den Klimaschutz einsetzen sollten. Die jüngeren Generationen sind schließlich diejenigen, die ansonsten mit den Folgen des Klimawandels leben müssten. Sie glaubt, dass wir jetzt die Weichen für unsere Zukunft stellen sollten und das gemeinsam am besten funktionieren wird.

    Wissenschaftlerin mit Weltkugel in Reagenzglas
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