Gelungene Klimakommunikation? – Tipps und Tricks

Wie reagiert ihr, wenn ihr in ein Gespräch oder vielleicht sogar eine Diskussion über den Klimawandel geratet? Für viele Menschen sind Klimawandel sowie Klima- und Umweltschutz Tabuthemen in diversen Situationen. Beispielsweise auf Familienfeiern soll dem Thema häufig keine Aufmerksamkeit zugetragen werden, denn oftmals endet das Gespräch in einer hitzigen Diskussion. Eine gelungene Kommunikation ist in fast allen Bereichen der Schüssel für eine gute Zusammenarbeit. Gerade zur Bewältigung der Klimakrise ist sie unausweichlich. Wie aber gelingt Klimakommunikation? Wie können wir Personen gegenübertreten, die nicht derselben Meinung sind wie wir? Ein paar erste Tipps und Tricks erfahrt ihr in diesem Blogpost.

Was ist Klimakommunikation?
Grundsätzlich steckt die Bedeutung bereits in der Wortzusammensetzung: „Klimakommunikation“ ist Kommunikation zu Klima und Klimawandel, die wissenschaftlich fundiert ist. Sie dient der Verkleinerung der Lücke zwischen Wissen und Handeln und ist einer der Grundsteine für jegliche Zusammenarbeit zur Bewältigung der Klimakrise.1 Klimakommunikation kann auf allen erdenklichen Ebenen stattfinden, egal ob internationale Klimapolitik oder ein Gespräch über Klima im Freundeskreis.2 Genaues Gelingen von Klimakommunikation kann man allerdings nicht festmachen, denn sie ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Sowohl der Kontext, also beispielsweise die Situation, als auch Vorwissen, Einstellungen und Emotionen der Gesprächsteilnehmer*innen spielen eine Rolle. Des Weiteren hängt das Gelingen von Klimakommunikation auch von der eigentlichen Zielsetzung, also was man mit der Kommunikation erreichen möchte, ab. Deshalb ist keine klare Regelung zu treffen, ab welchem Punkt Klimakommunikation zu gelungener Klimakommunikation wird. Viel mehr gibt es einige Tipps und Tricks, mit denen Klimakommunikation einfacher werden kann.

So geht’s: Klimakommunikation
Klimafakten.de hat es sich zur Aufgabe gemacht, die häufig sehr komplexen Ergebnisse der Klimaforschung verständlich aufzuarbeiten und in Form von gut zugänglichen Fakten darzustellen. Um auf Wissen Handeln folgen zu lassen haben sie zusätzlich ein Handbuch zusammengestellt, dort zeigen sie Wege für die gesellschaftliche Debatte über Klimawandel und Klimaschutz auf.3 Hierbei wurde die Kommunikation in vier Phasen eingeteilt. Sie denken Klimakommunikation vom Vor-denken über das Vorbereiten, die eigentliche kommunikative Handlung bis hin zum Nachdenken. Einige wichtige Tipps der ersten drei Phasen haben wir euch nochmals zusammengestellt:

1. Fundiertes Wissen (Phase 1: Vordenken)
Um überhaupt ein zielführendes Gespräch zu führen ist ein fundiertes Vorwissen natürlich notwendig. Unglaubwürdiges Halbwissen führt meist nicht zu den erwünschten Effekten, außerdem verbreiten sich dadurch schnell „Fake News“. Zum wissenschaftlich fundierten Vorwissen zählt aber nicht nur das Wissen über den Klimawandel – kalte Fakten reichen hier definitiv nicht aus. Auch sollte man sich gut darüber informieren, was bisher im Bereich Klimakommunikation schiefgelaufen ist, um es in Zukunft besser zu machen und vorbereitet in ein Gespräch gehen zu können.4

2. Framing (Phase 2: Vorbereiten)
In der Kommunikationsforschung bezeichnet „Framing“ das Einbetten einer oder mehrerer Informationen in einen bestimmten Bedeutungsrahmen.5 Jede Kommunikation ist in einen bestimmten Kontext gebunden, dieser führt zu erweiterten Deutungen der eigentlichen Information. Frames können sowohl positive als auch negative Kognitionen, Emotionen und sogar Handlungen hervorrufen, gerade in der Klimakommunikation ist es daher wichtig, einen negativen Deutungsrahmen zu vermeiden.6 Das bedeutet nicht nur, dass auf eine positive Wortwahl geachtet werden sollte, sondern dass das Thema Klimawandel in einen generellen positiven Rahmen zu bringen ist. Dabei hilft es beispielsweise, neben dem Nutzen für das Klima weitere positive Nebeneffekte, beispielsweise die eigene Gesundheit, zu betonen.7

3. Den Klimawandel konkretisieren (Phase 3: „Showtime“)
In Deutschland haben noch immer viele Menschen eine sogenannte „psychologische Distanz“ zum Klimawandel. Auf den ersten Blick scheint der Klimawandel hierzulande nämlich weit entfernt und manchen Leuten sogar als ein positiver Temperaturanstieg. Klar ist natürlich, dass der Klimawandel bereits jetzt erhebliche Folgen hat und viele Menschen und Tiere unter den Folgen von beispielsweise Wetterextremen leiden. Daher gilt es, diese Distanz zu verringern und Bewusstsein für die Dramatik zu schaffen, am besten gelingt das anhand von Beispielen.8 Aber Achtung: Meide unbedingt Katastrophismus, dieser kann schnell zu gegenteiligen Wirkungen führen.9

Das Handbuch findet ihr hier
Eine Liste von Positiv-Beispielen findet ihr auch auf Klimafakten.de, lasst euch davon inspirieren: https://www.klimafakten.de/fakten-besser-vermitteln/so-gehts

Unser Themenlabor zeigt wie`s geht
Ihr wollt mehr Tipps, Tricks und Grundlagen der Klimakommunikation kennenlernen? Unser PRIO1-Themenlabor „Klimakommunikation“ beschäftigt sich aktuell genau damit. Sie entwickeln ein Klimahandbuch um Handlungstipps für eine gelungene Kommunikation mit den verschiedensten Menschen führen zu können. Vom Umgang mit Klimaleugner*innen bis hin zu Klimaschützer*innen ist alles dabei. Auf Instagram erhaltet ihr schon mal eine Kostprobe von der Arbeit der Mitglieder und ihrem aktuellen Projektstand. Schaut dort unbedingt vorbei!

Hier geht´s außerdem zur Vorstellung und den Zielbildern unserer Themenlabore.

Wenn auch ihr Teil des Themenlabors Klimakommunikation oder einer anderen Projektgruppe unseres Klima-Netzwerkes werden und Ideen und Konzepte einbringen und umsetzen möchtet, registriert euch bei der PRIO1-Community!

Wir, die PRIO1-Community, sind motiviert, gemeinsam an den Zukunftskonzepten für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft zu arbeiten!
Wenn ihr mehr über PRIO1 erfahren und immer auf dem Laufenden bleiben möchtet, folgt uns gerne auf Instagram! @prio1_klima

(1) https://www.klimafakten.de/fakten-besser-vermitteln/neues-zum-thema
(2) https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/internationale-eu-klimapolitik#internationale-klimapolitik
(3) https://www.klimafakten.de/ueber-uns/ueber-klimafaktende
(4) https://klimakommunikation.klimafakten.de/vor-denken/kapitel-1-mach-dir-klar-was-bisher-schiefgelaufen-ist/
(5) https://www.klimafakten.de/meldung/framing-klimaschutz-den-richtigen-rahmen-geben
(6) https://allianz-entwicklung-klima.de/toolbox/worauf-sollte-man-bei-der-klimakommunikation-achten/
(7) https://klimakommunikation.klimafakten.de/vorbereiten/kapitel-6-ueberlege-dir-deine-botschaft-und-achte-auf-versteckte-bedeutungen-framing/
(8) https://klimakommunikation.klimafakten.de/showtime/kapitel-8-mach-den-klimawandel-konkret/
(9) https://klimakommunikation.klimafakten.de/showtime/kapitel-15-meide-katastrophismus/
(10) https://klimakommunikation.klimafakten.de/

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  • Marie Klaehn

    Werkstudentin

    Marie ist Werkstudentin und seit Mitte Dezember Teil des Projektteams von PRIO1. Als sie von der freien Stelle erfuhr, war ihr sofort klar, dass sie bei diesem Projekt unterstützend mitwirken möchte. Neben ihrem Job bei PRIO1 studiert Marie selbst noch und spielt leistungsorientiert Basketball. Daher liegt ihre Leidenschaft für den Sport und gesunde und vor allem nachhaltige und vegetarische Ernährung nahe. Marie ist der Meinung, dass sich gerade junge Menschen wie sie für den Klimaschutz einsetzen sollten. Die jüngeren Generationen sind schließlich diejenigen, die ansonsten mit den Folgen des Klimawandels leben müssten. Sie glaubt, dass wir jetzt die Weichen für unsere Zukunft stellen sollten und das gemeinsam am besten funktionieren wird.

    Wissenschaftlerin mit Weltkugel in Reagenzglas
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