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07.06.2024Simone Ihrig

Museum vs. Illegale Fischerei

Illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei (IUU-Fischerei) ist ein großes Problem. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr 26 Millionen Tonnen Fische illegal gefischt werden. Die Fische werden häufig mit unerlaubtem Fanggerät, zu Sperrzeiten oder in Schutzgebieten gefangen. Zum einen werden damit Meeresökosysteme bedroht, zum anderen erschwert diese Art der Fischerei es den Wissenschaftler*innen, verlässliche Daten zu den Fischbeständen in den unterschiedlichen Regionen zu ermitteln.[1]

Kampf gegen Riesen

Auf dieses Problem macht der italienische Fischer Paolo Fanciulli schon seit über 40 Jahren aufmerksam. Er erzählt, dass immer wieder Boote nachts ihr Satellitensystem abschalten und dann mit Schleppnetzen in Meeresschutzgebieten wie Giannutri und Montecristo den Meeresboden und die Meerespflanzen zerstören. Der Lebenszyklus des Meeres wird dadurch beschädigt. Trotzdem hat die Politik nicht oder nicht ausreichend gehandelt.[2]

Ein Museum muss her

Um der illegalen Fischerei entgegenzuwirken ließ Paolo mit seinem Verein „Haus der Fische“ zuerst Blöcke und dann Skulpturen aus Marmor auf den Meeresgrund hinab. Diese verhindern das Fischen mit Schleppnetzen, da sich die Netze verfangen würden. Durch das Unterwassermuseum erlangte er Aufmerksamkeit, sodass heute 44 Skulpturen berühmter Künstler*innen, wie der britischen Bildhauerin Emily Young, den Kampf gegen Fischerei unterstützen. Das Museum soll insgesamt auf 100 Skulpturen erweitert werden und damit dem Ökosystem helfen sich zu regenerieren und wieder aufzublühen.[2]

Fazit

Das Beispiel vom Unterwassermuseum zeigt, dass es nicht immer die neueste Technologie braucht, um gegen moderne Probleme anzukämpfen. Manchmal kann tatsächlich auch Kunst etwas Wertvolles bewirken. Sie kann inspirieren und Menschen zum Nachahmen bewegen. Und das schöne ist: Es beweist, dass wir alle etwas tun können. Wir alle können einen Beitrag zu mehr Artenvielfalt und Klimaschutz leisten! Oder was denkst du?


[1] https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/fischerei/illegale-fischerei/

[2] https://de.euronews.com/2023/08/11/fischerei-kunst-umweltzerstoerung-schleppnetze-italien

Simone Ihrig

Projektteam PRIO1 - Das Klima-Netzwerk

Simone ist Werkstudentin im Projektteam von PRIO1. Zurzeit studiert sie in Heidelberg Prävention und Gesundheitsförderung im dritten Semester. Hierbei lernt sie die vielfältigen Arten, wie sich unsere Umgebung auf unsere Gesundheit auswirkt, kennen. In ihrer Freizeit musiziert sie gerne und arbeitet an kreativen Ideen für Bücher und Geschichten. Die Vielfalt der Lebewesen in unserer Umwelt und unser komplexes Ökosystem faszinieren sie, weshalb sie sich für Klima- und Umweltschutz einsetzt.

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