Herbstcamp 2020

Das Herbstcamp bildete vom 13. bis zum 15. November 2020 den Auftakt von PRIO1. Gemeinsam mit rund 50 Teilnehmer*innen haben wir ein Wochenende lang die drängendsten Zukunftsfragen diskutiert, Ideen entwickelt und dabei auch viel Spaß gehabt.

Im Mittelpunkt des ersten PRIO1-Herbstcamps stand die Frage, welche Herausforderungen der Klimakrise aktuell am dringendsten sind und mit welchen Lösungsansätzen wir diesen schnell und wirksam begegnen können. Was sind die wichtigsten Themen, die auf jeden Fall angegangen werden müssen? Mit wem sollte man hierzu in den Dialog treten? Und was ist überhaupt notwendig, um gemeinsam eine nachhaltige Zukunft zu schaffen? Beim Herbstcamp bildeten sich außerdem unsere acht Themenlabore. Mit Hilfe der Impulsgeber*innen entwickelten die Teilnehmenden ihre ersten Zielsetzungen und besprachen die weitere Vorgehensweise.

Alle Ergebnisse der einzelnen Themenlabore findet ihr auf unserem Blog

Keynote Prof. Dr. Antje Boetius

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Akteur*innen beim Herbstcamp

Referent*innen

Prof. Dr. Antje Boetius

Antje Boetius ist Polar- und Tiefseeforscherin, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Geboren 1967 in Frankfurt am Main studierte Antje Boetius in Hamburg und San Diego Biologische Ozeanographie und promovierte über Tiefseemikrobiologie. Wenn Antje . . . Boetius nicht gerade im Zug zum nächsten Termin sitzt, genießt die heutige Professorin für Geomikrobiologie den Blick über die Weser und das bunte Treiben in ihrer Wahlheimat Bremen. In ihrer Freizeit geht Antje Boetius gerne in die Natur, am liebsten ins Wasser, sie isst gerne gut, liebt Musik, Kultur und ihre Menschen – Hauptsache es gibt genug Neues zum Entdecken und Ausprobieren.

Dr. Nicole Aeschbach

Ich forsche und lehre an der Universität Heidelberg zum Themenfeld Klimawandel und arbeite außerdem freiberuflich für die ETH Zürich. Als Diplom-Geografin bin ich dazu ausgebildet, Herausforderungen übergreifend anzupacken und Umwelt, Mensch und Gesellschaft zusammen zu sehen; in meiner Promotion . . . habe ich Klimabedingungen der Vergangenheit auf der Basis von Tropfsteinen aus Höhlen rekonstruiert. Die Vorderpfalz und die Schweiz sind meine beiden „Heimaten“: Gemeinsam mit meinem Mann lebe ich in Neustadt an der Weinstraße und in der Nähe von Zürich. An beiden Standorten kann man wundervolle Wanderungen unternehmen und die Landschaften erkunden. Beim PRIO1 Herbstcamp werde ich eine Keynote am Sonntag halten.
Mich überzeugt, dass bei PRIO1 engagierte Gestalter*innen auf dem stabilen Fundament der Wissenschaft kreative Lösungen für unsere Zukunft erarbeiten. Dazu gehört auch der Klimaschutz im eigenen Alltag, aber „nobody is perfect“. Ich mag z.B. gerne wohlig warme Räume und finde die Idee, mit dickem Wollpulli in einem kühlen Raum auszuharren, schrecklich. Das wird sich vermutlich nicht ändern; die Art der Energieerzeugung hoffentlich schon… Außer der Wissenschaft liebe ich klassische Musik, konzertiere als Flötistin und Sängerin und halte Einführungsvorträge bei der Kammermusik-Reihe „So um 5“ der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen/Rh.

Impulsgeber*innen

Maria Silies

Hallo, mein Name ist Maria Silies und ich bin Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Modedesign an der Hochschule Hannover. Wir beschäftigen uns im USE–LESS Zentrum mit nachhaltigen Designstrategien und der Frage, wie Designer*innen Mode und Bekleidung langlebiger, ressourcenschonender und . . . fairer gestalten können.
Einige Beispiele der Projekte könnt ihr in unserer Wanderausstellung „USE–LESS Slow Fashion gegen Verschwendung und hässliche Kleidung“ sehen, die zur Zeit in der Klima Arena gastiert. Ich habe Mode- und Textildesign in Hannover und Edinburgh studiert und im Anschluss einige Jahre in der Textilindustrie gearbeitet, wo mir die Dringlichkeit des Themas besonders bewusst geworden ist. Jeder Einzelne von ist gefragt und kann etwas ändern.
Deswegen freue ich mich sehr, dass ich unser Team bei PRIO1 als Impulsgeberin für das Themengebiet Mode und nachhaltige Produktion vertreten darf.
Das Netzwerk ist eine tolle Möglichkeit um Kontakte zu knüpfen und von- und miteinander zu lernen. Ich finde es macht Mut, gemeinsam komplexe Zusammenhänge zu verstehen, an Problemen zu arbeiten und nach Lösungen zu suchen, wie wir unsere Umwelt positiv verändern können.

Dr. Klaus Keßler

Ich habe Chemie studiert und in Physikalischer Chemie promoviert. Nach einer Weiterbildung zum Energieberater war ich ab 1992 in den Städten Heidelberg und Mainz im Bereich kommunaler Klimaschutz tätig. Seit 1997 bin ich der Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur . . . Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis gGmbH (KliBA).
Geboren und aufgewachsen bin ich in Siegen. 1984 kam ich zur Fortsetzung des Studiums nach Heidelberg. Getreu dem Lied „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ bin ich hier hängengeblieben.
Bei PRIO1 bin ich zunächst Impulsgeber zu den Themen Kohleausstieg und Erneuerbaren Energien und stehe anschließend gerne wenn gewünscht, als Sparringspartner zur Verfügung.
Besonders reizvoll für mich bei PRIO1 ist der Austausch mit jungen Menschen, die Möglichkeit andere Sichtweisen kennenzulernen und bei der Entwicklung neuer Ideen dabei zu sein.
Meine CO2-Bilanz hat noch einiges Verbesserungspotential aufzuweisen, besonders bei der Ernährung habe ich mir vorgenommen meinen Fleischkonsum deutlich zu reduzieren.
Meine Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und mit unterschiedlichen sportlichen Aktivitäten.

Patrick Fierhauser

Seit 2018 arbeite ich als Mobilitätsmanager beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis und leite dort die Stabsstelle Mobilität & Luftreinhaltung. Nach meinem Masterstudium Umweltmanagement und Stadtplanung an der Hochschule RheinMain habe ich als kommunaler Klimaschutzmanager in Bayern gearbeitet. . . . Aufgewachsen bin ich zwischen Heidelberg und Karlsruhe. Nach mehreren Zwischenstopps wohne ich wieder in der Region um Heidelberg, in Edingen-Neckarhausen. Als Impulsgeber möchte ich meine Erfahrungen aus dem kommunalpolitischen Arbeitsalltag in einer Verwaltungsinstitution zum Thema Mobilitätswende einbringen. Ich bin davon überzeugt, dass wir nachhaltige Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels nur gemeinsam in einem breiten Netzwerk entwickeln und umsetzen können. Umso mehr freut es mich, dass es mit dem PRIO1 Klima-Netzwerk ein Format gibt, das sich gezielt an junge Menschen richtet und diese aktiv in den Klimaschutzprozess einbindet. Die Chance zu bekommen in diesem Netzwerk einen Beitrag zu leisten, ist für mich selbstverständlich und eine super Sache! Meine größten Klimasünden sind sicherlich die diversen Flüge verschiedener Fernreisen nach Asien, Neuseeland, Latein- und Mittelamerika gewesen. Mittlerweile versuche ich aber, wenn möglich und durchaus mit Erfolg, auf Flüge zu verzichten. Auch in der Umgebung gibt es tolle Orte. Am liebsten bin ich draußen in der Natur beim Mountainbiken, Gleitschirmfliegen oder hin und wieder beim Bergsteigen in den Alpen. Egal ob Odenwald oder Neckartal, bei uns ist man immer schnell in der Natur.

Dr. Anja Worrich

Ich leite eine Arbeitsgruppe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Wir beschäftigen uns damit, wie Mikroorganismen auf veränderte Umweltbedingungen reagieren und sich an diese anpassen. Nach einem Studium der Biotechnologie habe ich am UFZ in Leipzig meine Doktorarbeit zum . . . mikrobiellen Abbau von Schadstoffen im Boden angefertigt. Anschließend war ich am Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung der Chemie den Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen auf der Spur. Meine eigene Arbeitsgruppe am UFZ kombiniert verschiedene Aspekte meiner vorherigen Arbeiten miteinander und ergänzt sie um den Blick in die Zukunft.
Ich komme ursprünglich aus einer Kleinstadt in Brandenburg und lebe jetzt schon einige Jahre in Leipzig. Mir gefällt es hier, weil Leipzig viel zu bieten hat: lebendige Großstadt, jede Menge Grün, viel Wasser in der Stadt und Drumherum und ein vielfältiges kulturelles Angebot. In meiner Freizeit reise ich gern und ich liebe Südamerika – gelegentliche Fernreisen sind wohl deshalb meine persönliche Klimasünde.
Wissenschaftskommunikation ist mir ein besonderes Anliegen. Daher war ich auch sofort motiviert bei PRIO1 mitzumachen. Ich finde es eine tolle Initiative, die ich gern mit ein paar Einblicken aus meinem Forschungsthema unterstütze.

Dr. Daniel Lingenhöhl

Ich bin Chefredakteur von Spektrum der Wissenschaft. Nach meinem Studium der Geografie, Geologie und Biologie und der Promotion kam ich als Praktikant zu Spektrum, wohin ich nach einer Phase als selbstständiger Journalist wieder zurückgelehrt bin – erst als Redakteur und Redaktionsleiter Online und . . . seit Oktober 2019 als Chefredakteur. Ich komme ursprünglich aus Hirschau in der Oberpfalz und lebe nun in Neckargemünd bei Heidelberg. Dort schätze ich neben den netten Menschen in meinem Umfeld vor allem die kurzen Wege in die Natur.
Beim Herbstcamp PRIO1 bin ich Impulsgeber zum Thema Kommunikation und Klimawandel und tausche mich dann mit den Teilnehmern dieses Workshops aus. Mich hat mein Vorgänger bei Spektrum der Wissenschaft und heutige Geschäftsführer der Klaus Tschira Stiftung, Carsten Könneker, gebeten, bei diesem Herbstcamp mitzumachen. Aber ich habe nicht nur deshalb gerne zugesagt, sondern weil ich auch das Thema als essenziell für die Zukunft der Menschheit betrachte. Seit Beginn meiner journalistischen Laufbahn gehören Klimawandel und Klimaschutz zu den wichtigsten Themen, über die schreibe.
Meine größten Klimasünden früher waren sicherlich Fernreisen, heute sind es wahrscheinlich Autofahrten. Seit ich Kinder habe, kamen Langestreckenflüge nicht mehr in Frage, dafür nutzen wir das Auto für lange Strecken. Ganz auf beides zu verzichten, wird zurzeit schwierig bzw. würde ich nicht wollen: Die Coronakrise hat gezeigt, dass viele Naturschutzgebiete sofort unter Druck geraten, wenn Touristen ausbleiben. Als leidenschaftlicher Vogelbeobachter kann ich es mir nicht vorstellen, die Artenvielfalt der Tropen nicht bestaunen zu können. Wo es aber geht, verzichte ich auf das Auto, fahre Rad oder Bahn. Ich esse sehr wenig Fleisch und viele Bio-Lebensmittel und unterstütze den Naturschutz.
In meiner Freizeit bin ich am liebsten mit der Familie in der Natur oder lese.

Liam Innis

Liam ist waschechter Europäer. Und mit den fünf Sprachen, die er spricht, würde er sich wahrscheinlich in jedem Zipfel Europas verständlich machen können. Aber auch mitten in Berlin hilft ihm das weiter. Seinen Platz hat er im Kommunikations-Team der NGO Renewables Grid Initiative (auf deutsch in . . . etwa: Initiative für ein Stromnetz für Erneuerbare) gefunden, die die Themen Europa, Stromnetz und Energiewende verbindet. Obwohl er sich eigentlich mehr für Natur und Landwirtschaft interessiert, kommt er doch immer wieder beim Thema Energie an: Im vergangenen Jahr hat sich Liam beim Future Energies Hackathon beteiligt. Mit dem dabei entstandenen Team arbeitet er weiterhin an einem gemeinsamen Projekt, einem Bürger*innenrat. Es motiviert ihn sehr, wie viele Menschen sich konkret für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Und weil er findet, dass das Engagement wichtig ist – auch um der Politik zu zeigen, wie viele Menschen eigentlich Veränderungen wollen – macht Liam gemeinsam mit seiner Kollegin Antina bei PRIO1 mit.

Johannes Wockenfuss

Johannes kann seine Wurzeln nicht verleugnen: Großgeworden auf einem kleinen Dorf in Mecklenburg hat er auch in Berlin zielsicher seinen Schaffensort unter denen gefunden, die sich der Landwirtschaft und Natur widmen. Beim Unternehmen Ackerdemia hilft er mit, das Thema Schulgarten wiederzubeleben . . . und neu zu erfinden. Begonnen hat er dort schon während seines Studiums der Geographie und Stadtökologie – da steckte der Verein noch in den Kinderschuhen. Danach hat es ihn nicht wieder losgelassen – als Regionalmanager hat er die Projektidee Schulgarten in verschiedenen Regionen Deutschlands begleitet und ist heute vorrangig daran beteiligt, Ackerdemia weiterzuentwickeln und neue Projektfelder zu erschließen. Die Idee von Klimaschutz und Nachhaltigkeit versucht Johannes auch zu leben. Seine größte Klimasünde, das Fliegen, hat er deshalb vor gut zwei Jahren aufgegeben.