Unser Sommer war und ist insgesamt zu trocken und zu heiß wie der Deutsche Wetterdienst bereits für den Juli analysiert hat.[1] Auf welchem Platz er sich der Liste der zehn heißesten Sommer[2] einreihen wird, wird sich bald nach der Schlussauswertung zeigen, vermutlich aber zwischen Platz 2-5.[3] Dass der Klimawandel und die damit einhergehenden steigenden Temperaturen sich auch sensible Ökosysteme auswirkt, ist jedoch schon jetzt klar und zeigt sich in diesen Tagen besonders stark. Auch Flüsse im Klimawandel sind als sensible Ökosysteme betroffen.

Ökosysteme

Ökosysteme sind der Bedeutung aus dem Altgriechischen heraus eine Hausgemeinschaft. Im Übereinkommen über die biologische Vielfalt aus dem Jahr 1993 wird vom Ökosystem als „dynamischen Komplex von Gemeinschaften aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sowie deren nicht lebender Umwelt, die als funktionelle Einheit in Wechselwirkung stehen“ gesprochen. [4] Klar wird hier, dass alle Lebewesen in einem Ökosystem abhängig voneinander sind, der Wegfall einer Art würde das Ökosystem vielleicht nicht direkt zerstören. Aber über die Zeit würde dieses Verschwinden die anderen Lebewesen. Allerdings werden Ökosysteme durch den Wegfall mehrerer Lebewesen innerhalb des Systems so stark belastet, sodass sich das Ökosystem ändern muss, um Leben zu erhalten.

Forschende haben bereits 2016 eine Karte mit besonders gefährdeten Ökosystemen weltweit aufgestellt. Insbesondere die arktische Tundra und die tropischen Regenwälder sind stark betroffen.[5] Aber auch in unseren Breitengraden kämpfen Ökosysteme und insbesondere einzelne Pflanzen- und Tierarten ums überleben bei immer wärmeren Temperaturen. In diesem Beitrag geht es in einem ersten Schritt um die Ökosysteme Flüsse und Seen.

Zu heiße Flüsse

Ausgetrocknete Flussbetten sind bereits in den Hitzesommern 2018 und 2019 immer wieder in der Berichterstattung gewesen, aber auch 2022 gab es erneut diese Bilder. Oft gehen Nachrichten der Wasserwirtschaft um, die durch die niedrigen Flussbetten eingeschränkt werden muss. Doch insbesondere Fische leiden unter den hohen Temperaturen. Die Regierung der Oberpfalz in Bayern musste vor einigen Tagen die zweite Warnstufe des „Alarmplans bayerische Donau Gewässerökologie“ ausrufen. [6] Grund dafür war die Flusstemperatur, die mehr als sieben Tage 25 Grad und mehr betrug.

Gefährlich sind solche Temperaturen laut Landesfischereiverband Bayern für viele der Fischarten wie Huchen und Forellen. Die hohen Temperaturen haben zur Folge, dass die Tiere sich auf wenige kühlere Flecken zurückziehen. Der Huchen steht auf der Roten Liste und gilt als gefährdet.[7] Die erhöhten Temperaturen machen der Art immer mehr zu schaffen.

Abwärme von Atomkraftwerken erhöhen den Druck

Erhöht wird der Druck auch durch (Atom-)Kraftwerke, die das Flusswasser zur Kühlung verwenden und mit einer erhöhten Temperatur zurück in den Flusskreislauf geben. Französische Medien berichteten dieses Jahr bereits über tote Fische an der Tarn-et-Garonne.[8] Die erlaubten Grenzwerte für das rückgeführte Wasser wurden in diesem Jahr erhöht. Umweltschützer warnen deswegen auch hier vor dem Aussterben bestimmter Fischarten. Invasive Arten, die besser mit der Wärme klarkämen könnten die Lücke nutzen und sich durchsetzen.[9]

Verlierer und Gewinner des Klimawandels

Ebendiese invasiven Arten könnten zu den Gewinnern des Klimawandels werden. Generell werden einige Arten aussterben, da sie sich nicht anpassen oder ihren Lebensraum verlagern können.[10] Für Fische wie den Huchen wird es irgendwann schwierig bis unmöglich werden genügend Flecken zu finden, die im Sommer kalt genug für ihren Stoffwechsel sind.[11]

Wir können noch handeln!

Wenn wir gemeinsam jetzt handeln, können wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch aufhalten. Laut dem neuesten IPCC Bericht können wir noch einiges bewegen[12] und auch der sogenannte Club of Rome veröffentlichte kürzlich neue Ideen.[13] Also lasst uns alle Ideen erarbeiten und diskutieren und unsere Gesellschaft verwandeln!


Quellen:

[1] https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220729_deutschlandwetter_juli2022_news.html?nn=16210

[2] https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2020/20200702_dach_news.html

[3] https://www.tagesschau.de/inland/dwd-sommerbilanz-101.html

[4] https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1995/1408_1408_1408/de#fn1

[5] https://www.scinexx.de/news/geowissen/klimawandel-weltkarte-zeigt-besonders-sensible-oekosysteme/

[6] https://www.br.de/nachrichten/bayern/heiss-und-trocken-oberpfaelzer-regierung-schlaegt-alarm-fuer-donau,TDXbP5f

[7] https://www.iucnredlist.org/species/10264/3186143

[8] https://www.liberation.fr/economie/a-golfech-arreter-la-centrale-nucleaire-ou-les-saumons-20220724_YPL36TFLD5DVVLCPO5FJM6H4BM/

[9] https://www.handelsblatt.com/politik/international/energie-trockenheit-und-fehlende-energie-alternativen-frankreichs-atomkraftwerke-ueberhitzen-fluesse/28588994.html

[10] https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/08146.html

[11] https://www.br.de/nachrichten/bayern/fische-in-gefahr-wasser-in-fluessen-und-baechen-oft-zu-warm,TDca6Ya

[12] https://www.rnd.de/wissen/klimawandel-duerre-starkregen-soziale-konflikte-diese-szenarien-bis-2100-gibt-es-SEEAOQF7IVB65G2D4OGA6M763E.html

[13] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/club-of-rome-studie-103.html