Gemeinsam gegen die Hitze – warum der Hitzeaktionstag so wichtig ist
Temperaturen über 30 Grad Celsius sind in Deutschland längst keine Ausnahme mehr. Was früher als Hitzewelle galt, wird zunehmend zum normalen Sommeralltag. Die zunehmende Hitze ist eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Gesundheit und unser Zusammenleben.
Darauf macht der bundesweite Hitzeaktionstag aufmerksam, der jedes Jahr im Juni stattfindet. Sein Ziel ist es, Bewusstsein für die Folgen extremer Hitze zu stärken und Menschen dabei zu helfen, sich selbst und andere besser zu schützen. [1]
Hitze als Gesundheitsrisiko
Hitze stellt ein häufig unterschätztes Gesundheitsrisiko dar, denn sie kann zu Schwindel, Verwirrtheit oder Erschöpfung, in schlimmeren Fällen zum Hitzschlag und in einigen Fällen sogar zum Tod führen. Seit 2023 gibt es deshalb vom Robert Koch-Institut einen wöchentlichen Bericht zur hitzebedingten Mortalität. Im Jahr 2024 gab es demnach 3.000 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland. Am häufigsten betroffen waren Menschen über 75 Jahren. Im Allgemeinen sind vor allem Menschen ab 65, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder betroffen von den Hitzeauswirkungen. [2] [3]
Um den Gefahren entgegenzuwirken, hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Maßnahmen zum gesundheitlichen Hitzeschutz entwickelt. Darunter befindet sich unter anderem der Informationsausbau, die Integration des Hitzewarnsystems des Deutschen Wetterdienstes sowie die Unterstützung kommunaler Akteure und Pflegediensten und -einrichtungen, um vor allem besonders gefährdete Gruppen besser zu schützen. [2]
Hitze als Frage der Gerechtigkeit
Gerade Gruppen, die am meisten von Hitzeauswirkungen betroffen sind, verfügen häufig auch über die geringsten Mittel um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Besonders städtische Gebiete sind von dieser Ungleichheit betroffen. Vor allem in einkommensschwächeren Gegenden leben Menschen in schlecht gedämmten Wohnungen, in Straßen ohne Schatten, mit wenig Grün und kaum Rückzugsorten in Parks oder klimatisierten öffentlichen Räumen. Dies zeigt sich unter anderem in Berlin, wo in wohlhabenderen Randlagen wie dem Heiligensee die Oberflächentemperaturen im Sommer bei 28 Grad Celsius liegen, sind sie in dicht bebauten Gegenden wie Neukölln, Wedding oder Kreuzberg deutlich höher. [4]
Vor Hitze schützen
Um uns selbst vor Hitze zu schützen, sollten wir ausreichend Wasser trinken, körperliche Anstrengungen in die Morgen- und Abendstunden verlegen, die direkte Mittagssonne meiden und Wohnräume morgens lüften.
Um grundlegend etwas zu verändern, braucht es aber strukturelle, flächendeckende Lösungen statt Einzelmaßnahmen. Dabei ist vor allem die systematische Erhebung von Daten im gesamten Wohnungsbestand wichtig, denn nur wenn man weiß, wo die Belastungen am größten sind, kann auch dementsprechend gehandelt werden. Außerdem braucht es gesetzlich vorgeschriebene Hitzeschutzmaßnahmen für bestehende Gebäude, z.B. Fassadenbegrünung, Verschattung und bauliche Dämmung. [4]
[1] https://hitzeaktionstag.de/
[2] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/hitze
[3] https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/gesundheitsrisiken-von-hitze/
[4] https://www.berliner-mieterverein.de/aktuelles/newsletter/klimaungerechtigkeit-hitzschlag-fuer-aermere-bezirke.htm
Bildquelle: Canva