Warum Insekten so wichtig sind
Der Frühling ist da. Die ersten Sonnenstrahlen, blühende Bäume, summende Bienen – alles fühlt sich lebendig an. Doch warum sind Insekten so wichtig für die Biodiversität und warum sind sie aktuell bedroht?
Insekten nutzen Blütenpflanzen hauptsächlich als Nahrungsquelle, indem sie dort Nektar und Pollen aufnehmen. Während dieses Vorgangs kommt es zur Übertragung von Pollen auf die weiblichen Blütenorgane, wodurch die Bestäubung ermöglicht wird. Dieser auf den ersten Blick unscheinbare Prozess ist von zentraler Bedeutung, da er die Fortpflanzung eines Großteils der Pflanzen sichert. Weltweit sind etwa 88% der Arten darauf angewiesen, in tropischen Gebieten sogar mehr als 90% und in der gemäßigten Zone rund 80%. Neben Insekten tragen auch andere Tiere wie Fledermäuse, Vögel oder Reptilien zur Bestäubung bei, jedoch übernehmen Insekten dabei die wichtigste Funktion – insbesondere Wild- und Honigbienen, aber auch Schmetterlinge, Fliegen, Wespen und Käfer [1].
Die Bestäubung der Insekten sorgt also für den Erhalt von Wildpflanzen und damit für den Erhalt der Biodiversität im Allgemeinen. Auch für den Obst- und Gemüseanbau spielt die Bestäubung eine wichtige Rolle [2]. 91 der 107 weltweit wichtigsten Nutzpflanzen ist zumindest teilweise auf die Unterstützung angewiesen. Gerade bei Erdbeeren, Kirschen, Raps, Kaffee oder Wassermelonen macht sich der Einfluss der Bestäubung stark bemerkbar. Ein vollständiger Ausfall der Bestäubung hätte gravierende Folgen. Die Erntemengen könnten bis zu 90% einbrechen und damit wäre auch die ausreichende Versorgung mit essenziellen Nährstoffen wie Proteinen, Vitaminen oder Eisen bedroht [2].
Insekten sind außerdem eine Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen, darunter Vögel, Säugetiere, Reptilien oder Amphibien. Aber auch Insekten ernähren sich von anderen Insekten, teilweise von solchen, die als Schädlinge gelten, was sich wiederum positiv auf die Landwirtschaft auswirkt [2].
Und auch der Boden profitiert von Insekten. Durch die Bodeninsekten verlaufen Zersetzungsprozesse schneller ab und dadurch wird Pflanzenmaterial abgebaut und Nährstoffe werden schnell wieder zur Verfügung gestellt [2].
Besonders alarmierend ist, dass viele Bestäuber weltweit immer stärker kontinuierlich abnehmen – sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrer Vielfalt. In vielen Fällen gilt inzwischen ein erheblicher Anteil der Arten als gefährdet, teilweise betrifft das mehr als 40%. Vor allem in stark industrialisierten Regionen wie Europa kann man diesen Rückgang seit längerer Zeit beobachten. In Deutschland sind vor allem die Wildbienen betroffen, denn es sind über 50% der 560 nachgewiesenen Arten bestandsgefährdet und fast 5% sind sogar vom Aussterben bedroht. Aktuell gelten nur 37% der Wildbienenarten als nicht gefährdet [1].
Es gibt mehrere Gründe für das Bienensterben. Für den menschlichen Konsum von Honig werden Honigbienen in Massen gezüchtet, die überproportional viel Nektar sammeln, der dann zum menschlichen Honig wieder weggenommen wird. Dadurch sinkt die Nahrungsgrundlage der Wildbienen und anderen Insekten. Außerdem wird durch Monokulturen und die Urbanisierung Fläche genommen, auf der Pflanzen wachsen könnten, die eine abwechslungsreiche Nahrung für Bienen gewährleisten würden. Außerdem haben Pestizide Einfluss auf das Nervensystem der Bienen, was zu einer Orientierungslosigkeit führt, die die Lebensdauer und Fortpflanzung belastet. Auch der Klimawandel wirkt sich auf das Bienensterben aus, da es zu früheren Blütephasen, längeren Wärmeperioden im Winter und plötzlichen Temperaturschwankungen kommt [3].
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Quellen:
[1] https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22683.html
[2] https://www.bundesumweltministerium.de/faq/warum-sind-insekten-besonders-wichtig
[3] https://www.peta.de/themen/bienensterben/
Bildquelle: Canva