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20.02.2026Aline Geißler

Wie sehen die Städte der Zukunft aus?

Unter den 17 Nachhaltigkeitszielen befindet sich unter anderem das Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden. Stadtentwicklung ist also ein essenzieller Teil von nachhaltiger Entwicklung. Dabei spielen Städte in allen drei Säulen der Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Gleichzeitig gewinnen städtische Gebiete im 21. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung, was auch als „Jahrhundert der Städte“ bezeichnet wird [1].

Herausforderungen der Urbanisierung

Da sich die Stadtbevölkerung bis 2050 weltweit von heute knapp 4 Mrd. auf 6,5 Mrd. Menschen vergrößern könnte und etwa zwei Drittel der Menschheit in Städten leben werden, braucht es einen Ausbau der urbanen Infrastrukturen [1]. In Deutschland bringt die Urbanisierung vor allem Verdrängung und steigende Mietpreise mit sich, während Entwicklungsregionen besonders von dem Leben in Slums betroffen sind [2]. Vor allem der hohe Flächenverbrauch führt zu einem erhöhten CO2-Ausstoß pro Kopf und damit einhergehend zu einer gefährlichen Verschmutzung, was ein großes Umwelt- und Gesundheitsrisiko darstellt [2].

Nachhaltige Stadttransformation

Eine nachhaltige Stadttransformation beinhaltet verschiedene Elemente. Besonders wichtig sind dabei ein niedriger Energieverbrauch, eine ressourcenschonende Flächennutzung sowie das Verhindern von Materialien, die sich nicht weiterverwerten lassen. Daraus ergibt sich, dass eine zukunftsfähige Stadt über ein gut ausgebautes ÖPNV-System, eine kontinuierliche Müllentsorgung und bauliche Innovationen verfügen muss, die nachhaltiges Handeln im Alltag ermöglichen [2].

Normativer Kompass für Stadtentwicklung

Um den Herausforderungen der Urbanisierung gerecht zu werden, entwickelte der WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) einen normativen Kompass mit drei Dimensionen zur nachhaltigen Stadtentwicklung:

  1. Die natürlichen Lebensgrundlagen sollen durch die Beachtung planetarischer Leitplanken und durch den Schutz der lokalen Umwelt erhalten werden.
  2. Substanzielle, politische und ökonomische Teilhabe der in der Stadt lebenden Menschen sollen sichergestellt werden.
  3. Jede Stadt hat ihre „Eigenart“ und muss so selbst und individuell eine nachhaltige Transformation eingehen. Dabei muss jede Stadt ihre stadtspezifische Kreativitäts- und Innovationspotenziale nutzen [1].

Stadtbeispiel Heidelberg: Nachhaltiger Bismarckplatz

Wie Heidelbergs individuelle nachhaltige Transformation aussehen könnte, zeigt die Vision der Architektin Hanna Scholl für den Heidelberger Bismarckplatz [3]. Im Rahmen ihrer Masterarbeit erarbeitete sie ein Konzept, das den Bismarckplatz lebenswerter, gerechter und klimaresilienter macht. Ihr Konzept sieht eine deutliche Begrünung, neue Sitzgelegenheiten, Spielplätze sowie eine Reduzierung des Autoverkehrs vor. Dafür müssten zunächst die Haltestellen an den alten Galeria Kaufhof in Verlängerung zur Bergheimer Straße verlegt werden. Dadurch entsteht mehr Fläche im hinteren Bereich, der eben für mehr Bäume und Spielplätze genutzt werden könnte. Die bunten Sitzgelegenheiten würden den Platz lebendiger machen und so den aktuellen Angstraum eindämmen. Dass der Bismarckplatz vor allem nachts für viele einen Angstraum darstellt, liegt vor allem daran, dass das alte Galeria-Kaufhof-Gebäude leer steht. Doch statt Handel sieht Scholl Cafés, Restaurants, eine Bücherei und Angebote für Kunst und Handwerk vor. So wäre auch am Abend noch mehr geöffnet. Ob Hanna Scholls Plan (in Teilen) umgesetzt werden soll, ist nicht bekannt. Ein Beispiel für bereits gut funktionierende Stadtentwicklungsprojekte sind die sogenannten Superblocks. In den Superblocks gibt es kaum Autos und der Raum wird stattdessen für Grünflächen genutzt. Um den Autoverkehr einzuschränken wurden Parkplätze zurückgebaut, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h eingeführt und Autos dürfen nur links abbiegen. In den Superblocks sinken dadurch die Emissionen und die Lebensqualität verbessert sich. Die Superblocks entstanden in Barcelona und mittlerweile ziehen auch andere Städte nach, beispielsweise Hamburg oder London [4].

[1] https://www.wbgu.de/de/publikationen/publikation/der-umzug-der-menschheit-die-transformative-kraft-der-staedte

[2] https://www.bne-portal.de/bne/de/einstieg/themen/nachhaltige-stadtentwicklung/nachhaltige-stadtentwicklung_node.html

[3] https://www.youtube.com/watch?v=Z1EhaSH_0Zo

[4] https://germanzero-hamburg.de/verkehrswende/superblocks/

Bildquelle: Canva

Aline Geißler

Projektteam PRIO1 - Das Klima-Netzwerk

Aline ist Werkstudentin im Projektteam von PRIO1. Aktuell studiert sie im Master Digitale Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dafür ist sie von Erlangen nach Heidelberg gezogen und engagiert sich seitdem in verschiedenen Projekten für Klimaschutz und globale Gerechtigkeit. Besonders viel Spaß bereitet ihr Social Media, was sie jetzt auch bei PRIO1 einbringt. Außerdem nutzt sie gerne ihr privates und berufliches Netzwerk, denn nur gemeinsam können wir Klimaschutz voranbringen.

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