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01.12.2023Simone Ihrig

Tuvalu Inseln

Was passiert mit den Bewohner*innen von Tuvalu?

Im Jahr 2021 hat der Außenminister von Tuvalu mit seiner Rede beim Klimagipfel COP26 für großes Aufsehen gesorgt. Denn Simon Kofe demonstrierte stellvertretend für die Bewohner*innen des pazifischen Inselstaates, was es bedeutet von den Folgen des Klimawandels direkt und schutzlos betroffen zu sein.[1] Diese Ohnmacht stellte er dar, indem er sich knietief in den Pazifik stellte und dort seine Rede hielt.[1] Doch warum?

Die Inseln

Tuvalu ist ein Inselstaat im Südpazifik und gehört wie z.B. Australien und die Fidschi-Inseln zu Ozeanien.[2] Die größte Insel ist auch die Hauptstadt und heißt Funafuti.[2] Mit 26 km² ist Tuvalu der viertkleinste Staat unserer Erde.[2] Die breiteste Stelle beträgt gerade einmal 400 m.[2] Das Land liegt durchschnittlich zwei Meter über dem Meeresspiegel und damit kommen wir auch schon zum Problem.[2] Denn Messungen ergaben, dass der Meeresspiegel im letzten Jahrhundert zwischen 0,1 und 0,2 m angestiegen ist.[3] Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) geht davon aus, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einem weiteren Anstieg von 0,09 bis 0,88 m gerechnet werden muss.[3] Dies entspricht einer durchschnittlichen Anstiegsgeschwindigkeit von 5 mm pro Jahr.[3] Der Anstieg wäre damit zwei- bis viermal so hoch wie in den letzten 100 Jahren.[3] Das hat große Auswirkungen auf die Bewohner*innen sowie auf die Biodiversität. Die Böden versalzen langsam, es gibt Überschwemmungen und auch die Feldfrüchte sind betroffen.[3] Außerdem befindet sich der Großteil der Infrastruktur, Wohnhäuser und Industrie an der Küste, wodurch alles weiter ins Innere gedrängt wird.[3]

Das Abkommen

Tuvalu droht also im Pazifik zu versinken. Doch was passiert mit den Bewohner*innen? Genau darüber hat der Inselstatt mit Australien ein Abkommen geschlossen. Denn Australien bietet den Bewohner*innen von Tuvalu eine Art Klima-Asyl an.[4] Viele Inselstaaten empfinden diesen Schritt als notwendig und moralisch angemessen, da Australien als einer der größten Kohleexporteure der Welt gilt und damit zu den Mit-Verursachern des Klimawandels gehört.[4] Das historische Abkommen wurde von Australiens Premier Anthony Albanese und dem Premier von Tuvalu, Kausea Natano, auf den Cookinseln im Südpazifik unterzeichnet.[5] So dürfen alle Einwohner*innen des pazifischen Landes in Australien arbeiten, studieren und leben.[4] Zu Beginn sollen 280 Menschen pro Jahr im Rahmen der „guten pazifischen Nachbarschaft“ nach Australien kommen.[4] Insgesamt hat Tuvalu auf den neun Inseln, bei denen man nach Schätzungen davon ausgeht, dass sie innerhalb von 100 Jahren im Meer versunken sein werden, rund 11.000 Einwohner*innen.[4]

Australien verpflichtet sich zudem dazu im Falle einer großen Naturkatastrophe, einer Pandemie oder eines militärischen Angriffes Hilfe zu leisten.[5]

Fazit

Australien hat hiermit den Inselbewohner*innen das Versprechen auf ein neues Leben gegeben, während ihr altes im Pazifik versinkt. Ein wichtiger und notwendiger Schritt in die richtige Richtung, der sicherlich nicht der Letzte sein wird. Denn nach dem IDMC (Internal Displacement Monitoring Centre) haben im Jahr 2022 rund 32,6 Millionen Menschen aufgrund von Naturereignissen, wie Dürren, Dauerregen, Hitzewellen oder Stürmen ihre Heimat sowohl kurz- als auch langfristig verlassen müssen.[6] Darum ist es umso wichtiger, dass wir uns auf mögliche Konsequenzen vorbereiten und gleichzeitig weiter kräftig daran arbeiten den Klimawandel zu bekämpfen.


[1] https://www.dw.com/de/inselstaat-tuvalu-gr%C3%BCndet-erste-digitale-nation/a-63803995

[2] https://www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/downloads/Bildungsmaterial/Klimagerechtigkeit-virtuelle_Projektbesuche/BfdW_Weltkarte_Klima_AB_Tuvalu.pdf

[3] https://www.germanwatch.org/sites/default/files/fb-tuv-d_0.pdf

[4] https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/klimaflucht-australien-100.html

[5] https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-11/australien-tuvalu-aufnahmeprogramm-klima-asyl

[6] https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluchtursachen/klimawandel#:~:text=Klimawandel%20bedroht%20Millionen%20Menschenleben&text=Laut%20dem%20Internal%20Displacement%20Monitoring,als%20auch%20langfristig%20verlassen%20m%C3%BCssen

Simone Ihrig

Projektteam PRIO1 - Das Klima-Netzwerk

Simone ist Werkstudentin im Projektteam von PRIO1. Zurzeit studiert sie in Heidelberg Prävention und Gesundheitsförderung im dritten Semester. Hierbei lernt sie die vielfältigen Arten, wie sich unsere Umgebung auf unsere Gesundheit auswirkt, kennen. In ihrer Freizeit musiziert sie gerne und arbeitet an kreativen Ideen für Bücher und Geschichten. Die Vielfalt der Lebewesen in unserer Umwelt und unser komplexes Ökosystem faszinieren sie, weshalb sie sich für Klima- und Umweltschutz einsetzt.

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